Janet Riedel

Heimaten

Heimat, das Gefühl Zuhause zu sein, ist eine paradoxe Emotion. Es gehört so grundsätzlich zu unserem Leben, dass wir kaum darüber nachdenken. Heimat ist an einen festen Ort gebunden, manchmal auch an mehrere und zugleich ist es mehr als nur ein Ort. Das, was ein Zuhause ausmacht, ruft Bilder, Erinnerungen, Erwartungen hervor und lässt sich dennoch schwer benennen.
Die Arbeit erzählt von Frauen, die den Ort ihrer Geburt, ihrer ursprünglichen Zugehörigkeit verlassen haben und sich in Berlin inmitten von Großstadtsiedlungen einen Ort erschaffen, an dem sie sich respektiert und aufgehoben fühlen. Die Idee, Heimat als imaginären Ort zu begreifen, nach dem sie sich sehnen und den sie in einem lebenslangen Prozess suchen und aufbauen, ist vielleicht in jedem Einzelnen von uns angelegt.

Home, and especially the feeling of being at home, is a paradoxical emotion. It is such a primary aspect of our lives, yet we barely ever give it a second thought. A home is linked to a permanent place, and sometimes to several places. But at the same time, a home is more than merely a location. The concept of home evokes images, memories and expectations within us, yet often still remains difficult to name.
The images in Heimaten reflect women who have left their places of birth, where they originally belonged, and established new homes for themselves in Berlin — a place where they feel respected and content — in tower block housing estates. The concept of home as an imaginary place, one that we yearn for, seek out and build up as a lifelong process is, perhaps, present in each and every one of us.

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